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Zweisprachig gegen den MisserfolgZweisprachig gegen den Misserfolg
News  ¦  25/06/2012  ¦  Luxemburg Luxemburg

LUXEMBURG - Seine Mehrsprachigkeit ist zweifelsohne einer der Trümpfe Luxemburgs. Sowohl aus kultureller als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Allerdings stellt diese auch eine der Hauptursachen für das schulische Scheitern zahlreicher Schüler, vor allem jenen mit Migrationshintergrund, dar. Für diverse Bildungsexperten könnten zweisprachige Schule einen Lösungsansatz für dieses Problem darstellen.

Mit großem Erfolg funktionieren zweisprachige Schulen, also Schulen, in denen in zwei, gleichberechtigt nebeneinander existierenden Sprachen unterrichtet wird, – sowohl auf Grundschul- als auch auf Sekundarschulebene – unter anderem in Deutschland und in Frankreich. Logischerweise vor allem entlang der gemeinsamen Grenze. Wie zum Beispiel im lothringischen Sarreguemines.

Hier werden seit 1997 in der ABCM-Beausoleil-Grundschule Kinder zwischen drei und elf Jahren sowohl in Deutsch als auch in Französisch, parallel hierzu noch in der Regionalsprache, dem Platt, unterrichtet. Betreiber der Schule ist eine Vereinigung ohne Gewinnzweck, die „Association pour le bilinguisme dès la classe maternelle“ (ABCM), die bereits neun weitere Schulen dieser Art ins Leben gerufen hat. Finanziert wird die Schule mit staatlichen und Gemeindemitteln sowie durch Eltern- bzw. Mitgliedsbeiträge (700 Euro pro Kind und pro Jahr).

Problemen entgegenwirken

Die Schule, in der aktuell150 französisch- und deutsch-stämmige Schüler verteilt auf sieben Klassen von zehn (französischen und deutschen) Lehrern unterrichtet werden, könnte auch ein Modell für Luxemburg sein. Dieser Meinung ist zumindest die Demokratische Partei, die hierzulande seit geraumer Zeit auf politischer Ebene für die Einführung des Modells einer zweisprachigen Schule plädiert.

Mit einer parallel laufenden deutsch- bzw. französischsprachigen Alphabetisierung könnte den mit der zunehmenden Heterogenität der luxemburgischen Schulbevölkerung anfallenden Problemen entgegengewirkt werden, sind die Liberalen, die jüngst mit einer Delegation aus Politikern und Pädagogen die Einrichtung in Lothringen besuchten, überzeugt. Die „Sonnenschule“ in Sarreguemines will „allen Eltern, die den Wunsch haben, ihren Kindern eine regionale zweisprachige Schulerziehung vom jüngsten Alter an zukommen zu lassen, dies auch ermöglichen“.

Das angestrebte Ziel ist „die sowohl mündliche als auch schriftliche Beherrschung der beiden Sprachen (Deutsch und Französisch) am Ende der Schulzeit, d.h. einfach ausgedrückt zweisprachig zu sein“.

Frühzeitiges Erlernen

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt der zweisprachige Unterricht in den ABCM-Schulen die Prinzipien der frühzeitigen Erlernung der Sprachen ein, wie sie von der Erwerbspsycholinguistik bestimmt werden. Diese Prinzipien sind der Frühbeginn, die Intensität der Aussetzung an die Zielsprache, die Benutzung der Sprache zur Verrichtung gewöhnlicher Aktivitäten, Kontinuität sowie die Anwendung des Prinzips „eine Sprache, eine Person“.

In anderen Worten: In ABCM-Schulen erlernen Kinder Sprachen auf spielerische Weise, durch Nachahmung und ohne Anstrengung. Der Erwerb der Fremdsprache benützt die gleichen Mechanismen, die man auch zum Erlernen der Muttersprache benötigt.

Dabei ist der Frühbeginn in der Erlernung der Sprachen eine wichtige Bedingung zum Erfolg. Die Zweisprachigkeit in den ABCM-Schulen fängt also schon im ersten Jahr der Vorschule an, das heißt, wenn die Kinder drei Jahre alt sind.

Erfolg

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Kinder der jeweiligen Sprache so viel wie nur möglich ausgesetzt sind. Man spricht vom Prinzip der Immersion. Die ABCM-Grundschulen sind nach dem Prinzip der Parität organisiert. Der Unterricht wird für die Hälfte der Zeit auf Französisch und für die andere Hälfte auf Deutsch erteilt (ein Lehrer, ein Fach, eine Sprache). Wobei die Verantwortlichen immer wieder betonen, dass ein zweisprachiger Unterricht nur dann einen Sinn hat, wenn er die gesamte Schulzeit begleitet.

Unter diesen Bedingungen kann ein Kind, sagen die ABCM-Pädagogen, in seiner zweiten Sprache eine Kompetenz erlangen, die der Kompetenz in seiner Muttersprache nahe ist. Und der Erfolg scheint ihnen recht zu geben. Erste Evaluierungen haben nämlich ergeben, dass die ABCM-Schüler ihren einsprachig unterrichteten gleichaltrigen Kollegen sprachlich voraus sind und aufgrund der erlernten unterschiedlichen Sprachstrukturen später auch schneller und besser weitere Fremdsprachen (wie z.B. Englisch) erlernen.

Source: Tageblatt.lu

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